Gästebuch

Energiepreiserhöhungen auf der gesamten Linie;

modernes Raubrittertum; oder auch gesetzlich legitimierter schwerer Raub

unsere sogenannte freie Marktwirtschaft zeigt derzeit (2. Halbjahr 2007) eindringlich was in ihr steckt, zu welchen Taten sie fähig ist. Sie sie zeigt wieder einmal ihr „wahres Gesicht“.
Steigen doch im gesamten Energiebereich die Preise, und das auf der ganzen Linie.

Begründungen der Konzerne gibt es viele die herhalten müssen, den für die meisten Bürger doch gewaltigen Preisanstieg,   ja Preisschock zu legitimieren.

Manchmal ist es ein Orkan, der über ein Bohrloch fegen könnte, und damit eine weltweite Öl-Preissteigerung auslöst, manchmal sind es angeblich gestiegene Förderkosten, dann wieder leere Vorrats-Öltanks in irgendeinem Land, dann schlicht und einfach die Furcht vor einem Krieg irgendwo auf der Welt, den wiederum der Öllobby hörige und abhängige Regierungen androhen und auch anschüren können.
Ganz beliebt sind, so schön allgemein ausgedrückt, die erhöhten Energiepreise, die als Begründung z.B. für Energiepreiserhöhung herangezogen werden. Die Börse nicht zu vergessen, denn die Spekulanten operieren weltweit.
Bei all dem scheut man es offensichtlich nicht, auch so manche Gerüchte in die Welt zu setzen.

Jeden Tag hören wir neue Botschaften die herhalten müssen, damit uns so manche Konzerne ungeniert in die Taschen greifen können.

Vater Staat nimmt komischer Weise an diesem Spielchen teil und legalisiert es auch noch, denn er kassiert ja wie im Schlaraffenland, auf die steigenden Preise erhöhte Steuern, und dann noch mal mit der Steuer auf die Steuer, ganz kräftig mit.

Für den überwiegenden Teil der Bevölkerung ist eine solche Konzern- und Regierungspolitik allerdings kein Spiel, sondern für so manchen Bürger ein Kampf ums Existenzminimum, ums nackte Überleben.

Man kann dieses Spiel in vielen Fällen auch getrost modernes Raubrittertum, ja schlicht und einfach Diebstahl oder auch schweren Raub nennen, denn es sind in oftmals niedere Beweggründe, die diese, in vielen Fällen total überzogenen Preissteigerungen auslösen. Niedere Beweggründe, weil man sich einfach und ungeniert bedient und bereichert, den Menschen das durch harte Arbeit erzielte Einkommen wieder wegnimmt, ja sogar die Sparguthaben für schlechtere Zeiten oder die Altersrücklage angegriffen und aufgezehrt werden.

Legitimiert durch den Oberbegriff „Freie Markwirtschaft“,  wird hier offensichtlich dem Bürger ganz legal in die Tasche gegriffen.

Die Gier der Konzerne, der wenigen Profiteure, der Aktionäre und weitgehend nicht etwa eine betriebliche Notwendigkeit, bestimmen die Preisspiralen.
Im Strafrecht reichen solche Gründe jedenfalls aus, die Täter zu Recht zu verurteilen und hart zu bestrafen.

Doch unser Rechtssystem erlaubt und macht diese Raubzüge so mancher Konzerne geradezu salonfähig. Nicht umsonst ist heute weltweit vom Raubtierkapitalismus die Rede.

Die Bürger haben einfach keine Chance gegen eine solche Preispolitik und können sich nicht wehren, weil viele Konzerne zum einen das Monopol besitzen und zum anderen den kompletten Prozess, von der Energiegewinnung über die Verteilung und den Verkauf, in einer Hand halten, also an jeder Preisschraube drehen können, ganz wie es ihnen beliebt. Kontrollen gibt es quasi nicht, das verbietet ja die freie Marktwirtschaft.

Ich bin schon gespannt auf die nächsten Quartalsmeldungen so mancher Energiekonzerne, die wohl wieder, wie in der Vergangenheit, Gewinnmeldungen in unglaublichen Milliardenhöhen bekannt geben werden. Milliardensummen aus ihren Raubzügen, wohlgemerkt nach Abzug aller Ausgaben, auch so mancher weit überzogener Managergehälter. Von unzähligen Prachtbauten und so mancher gewinnminimierenden, steuerabzugsfähigen Geldanlagen sowie Rücklagen usw., ganz zu schweigen.
Dass dabei die Steuern, auch dies ist vom Staat legitimiert, auf ein Mindestmaß minimiert werden; das versteht sich von selbst.

Dass diesem Treiben Einhalt geboten werden muss, die Politik eigentlich verpflichtet ist, ihre Bürger vor den Gierigen, vor diesem „Raubtierkapitalismus“ zu schützen, sollte eigentlich selbstverständlich sein, denn es wird wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis eine breite Schicht ihren Lebensunterhalt nicht mehr durch Arbeit bestreiten kann, denn weite Teile der Bevölkerung werden ja bekannter Weise nicht mitgenommen und nicht beteiligt an der Wertschöpfung. Selbst ein wirtschaftlicher Aufschwung, wie in den letzten Monaten erlebt, geht am Grossteil der Bevölkerung vorbei.

Deshalb sollten auch Maßnahmen, wie die eine oder andere Zwangsverstaatlichung, kein Tabuthema sein, wenn die Missbrauchsfälle zu schwerwiegend sind und werden.

Auch wenn es einige nicht hören wollen, Bodenschätze wie Öl und Gas sind Allgemeingut, gehören nicht den wenigen Konzernen sondern der gesamten Menschheit.
Energie zu erschwinglichen Preisen ist genauso ein Grundrecht, wie das Recht auf Wasser, Nahrung, Gesundheitsfürsorge, Bildung, - um hier nur wenige Beispiele zu nennen.

Die gewaltige Umverteilung von Unten nach Oben ist längst durch entsprechende Zahlen belegt. Jeden Tag kann man darüber in der „noch freien” und unabhängigen Presse lesen. 

Es ist auch keine Frage von einem angeblichen „Neid der Besitzlosen“ oder anderen, von den Gierigen und ihren Helfern, sonst gerne genannten Gründen,

sondern es ist einfach eine Sache der Gerechtigkeit, diesem Treiben Einhalt zu gebieten.

Tun wir das nicht, schaufelt sich die freie Marktwirtschaft ganz schnell ihr eigenes Grab und gefährdet dadurch Demokratie und Freiheit, gefährdet unser gesamtes Werte- und Rechtssystem. 

Allerdings ist, Stand Dezember 2007, von unserer Regierung als auch von den Parteien wenig zu erwarten. Denn hier wird nicht nur in der FDP oder CDU/CSU, sondern auch in SPD und teilweise auch bei den Grünen, Lobbyarbeit für Konzerne übernommen.

LK, November/Dezember 2007

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